“Die Zeit ist reif für einen radikalen Wechsel”
31. Oktober 2011von Attac Deutschland
Attac-Ratschlag ruft Bürger auf, sich Protesten vor Ort anzuschließen
Mit einem Aufruf* an alle Bürgerinnen und Bürger, in ihren Städten für mehr Demokratie und gegen die unkontrollierte Macht der Finanzmärkte aktiv zu werden und sich den Protesten anzuschließen, haben die Attac-Aktiven am Sonntag ihren Ratschlag in Saarbrücken beendet.
Seit mehr als drei Jahren erleben wir das desaströse und beängstigende Schauspiel einer sich überschlagenden weltweiten Krisendynamik”, sagte Steffen Stierle vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. “Was Attac schon 2008 gesagt hat, gilt heute erst Recht: Die vielfältigen Einzelkrisen haben sich zu einer systemischen Krise des Kapitalismus verdichtet. Die Zeit ist reif für einen radikalen Wechsel.”
Nachdem Jahre lang dieser Krisendynamik in Deutschland keine entsprechende Bewegungsdynamik gegenüber gestanden habe, entstehe nun offenbar mit den Protesten der vergangenen Wochen eine solche. “Wir freuen uns darüber und werden alles tun, diese Bewegungsdynamik zu stärken”, sagte Mike Nagler, ebenfalls Mitglied im Attac-Koordinierungskreis. “Attac ist Teil dieser vielfältigen Bewegung. An vielen Orten in Deutschland und anderen Ländern verstetigen sich derzeit die Proteststrukturen. Mit dabei sind viele Attac-Aktive.”
Der Ratschlag hat zudem beschlossen, sich für mehr direkte Demokratie auf allen Ebenen und den bundesweiten Volksentscheid einzusetzen. Mike Nagler: “Es ist Zeit, endlich die Macht der Banken zu brechen und Reichtum umzuverteilen. Für eine solche Politik im Interesse der Mehrheit der Menschen müssen wir gemeinsam echte Demokratie erkämpfen.”
Zum Attac-Ratschlag, der Bundesvollversammlung des globalisierungskritischen Netzwerkes, kamen am Wochenende rund 150 Attac-Aktive aus ganz Deutschland nach Saarbrücken. Neben inhaltlichen Debatten verabschiedeten sie den Attac-Haushalt 2012 und wählten die bundesweiten Gremien.
Aufruf des Attac-Ratschlages zur Unterstützung der Proteste:
kurzlink.de/Erklaerung_Saarbr
*Erklärung des Attac-Ratschlages
Seit nun mehr als drei Jahren erlebt die Welt das desaströse und beängstigende Schauspiel einer sich überschlagenden Krisendynamik. Anfangs als „Finanzkrise“ verharmlost, dann als „Wirtschaftskrise“ zum kapitalistischen Normalfall erklärt, für den es probate Lösungen gebe, stellt die „Eurokrise“ nunmehr die europäischen Regierungen vor immer neue Rätsel. Attac hatte schon im Oktober 2008 bei seinem Ratschlag in Düsseldorf darauf hingewiesen, dass sich längst vielfältige Einzelkrisen zu einer systemischen Krise des Kapitalismus verdichtet haben. Unsere damalige Aussage, dass es Zeit ist für einen radikalen Wechsel, gilt heute erst recht.
Nachdem drei Jahre lang in Deutschland dieser Krisendynamik keine entsprechende Bewegungsdynamik gegenüberstand, entsteht nun mit den Bewegungen der letzten Wochen offenbar eine solche. Wir freuen uns darüber und werden alles tun, sie zu stärken. Wir begrüßen es, dass die Menschen auf die Straßen und Plätze gehen, und sehen das als Teil eines weltweiten Aufbruchs nicht nur in New York, Athen und Madrid, sondern auch in Tunis, Kairo, Tel Aviv und Santiago de Chile.
Wir sehen durchaus die Unterschiede und Widersprüche, verschiedene politische Traditionen und Forderungen. Aber wir fordern unsere Aktiven und Mitglieder ebenso wie alle demokratisch gesinnten Menschen auf, diese Bewegungen zu unterstützen, in die Aktionen hinein zu gehen und eine andere, demokratische Politik durchzusetzen.
Quelle/Gesamter Text: www.scharf-links.de
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